Erfahrungsberichte

„…vieles war mehr Schein als Sein…“         

Hallo, mein Name ist Daniel und ich bin jetzt schon 21 Jahre lang auf dieser Welt (Ende offen). Aber was ich in den letzten zwei Jahren erlebt habe, hat mein Leben verändert.
Als Kind wuchs ich in einer christlichen Familie auf, als Dritter von vier Brüdern. Ich habe schon öfter gehört, Kinder aus einem christlichen Elternhaus haben es oft leichter im Leben. Das ist nur eine Halbwahrheit. Natürlich wuchs ich behütet auf und profitierte in vielerlei Weise, wofür ich dankbar bin, aber einen Christen hat man nicht gerade aus mir backen können. Und das musste ich schmerzhaft erfahren, als ich merkte, dass ich gar nicht so christlich bin, wie ich immer dachte. Die Wahrheit ist, dass ich meinen Glauben anderen zuliebe lebte. Meine Eltern wünschten es sich, und ich dachte, die Leute aus meiner Gemeinde erwarten auch von mir, dass ich mit Gott lebe. Ich habe diesbezüglich auch immer einen großen Druck verspürt. Vieles geschah, um dazuzugehören. So bekehrte ich mich wie meine Brüder, so ließ ich mich taufen wie alle anderen Jugendlichen. So machte ich auf Freizeiten mit und engagierte mich in der Gemeinde, wie sich das für einen Christen eben so gehört. Mein christliches Konto war randvoll, immer genug zum Abheben. Solch ein Glaube trägt nicht durch Schwierigkeiten. Und so musste ich schmerzhaft feststellen, dass vieles in meinem Leben mehr Schein als Sein ist und dass ich mehr von mir selbst als von Gott abhängig bin. Ich ging 2010 ins Ausland. Da kam ich so richtig an meine Grenzen, und all meine „Erfahrung“ nützte mir nichts vor Ort. Auch mein deutsches Umfeld, auf das ich mich verließ, war nicht mehr da. Ich bekam keine Resonanz mehr für das, was ich doch so toll konnte. Viele Stützen sind weggebrochen in meinem Leben, und mein Selbstwert bröckelte. Weder mein schlaues Abi half mir bei der Arbeit mit schwererziehbaren Kindern (dies war meine Tätigkeit in Toronto, Kanada), noch gab es meine alten Freunde, die mich lustig fanden. Und dass ich ein bisschen Gitarre schrummeln konnte, war in Kanada auch nicht so weltbewegend. Ich merkte auch, dass ich gar nicht hinter all den Meinungen stand, die ich vertrat. irgendwie war alles so ein bisschen kopiert.
Verwirrt, enttäuscht und depressiv, kam ich zurück nach Deutschland. Die Beziehung zu meiner Ex-Freundin zerbrach allmählich. Immer tiefer in Depressionen versunken, suchte ich Hilfe. So kam ich ins help center, wo ich einen Neustart mit Jesus machte und ihm mein GANZES Leben anvertraute und er mir meine Schuld vergab. Ich durfte erfahren, dass Jesus mich so annimmt wie ich bin und ich nicht erst zu einem gewissen Maß christlich sein muss, um mich Christ nennen zu können. Ich darf wissen, dass er mir nahe ist und so kann ich Schritte nach vorne tun. Das durfte ich im help center lernen, aber auch heute immer wieder, wo ich wieder in meinem Elternhaus wohne und meine Schreinerlehre fortgesetzt habe.
Ein Wort, das mir wichtig ist und mich begleitet:

„Wenn schlimme Tage kommen,
nimmt der Herr mich bei sich auf, er
gibt mir Schutz unter seinem Dach
und stellt mich auf sicheren Felsengrund.“
Psalm 27,5